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Constanze Fischbeck I Sascha Bunge

Terra Nova

 

 

Die evangelischen Friedhöfe am Rand des Tempelhofer Feldes

waren einmal städtische Peripherie und befinden sich jetzt im Gentrifizierungsgebiet Schillerkiez. Die räumliche Situation des Geländes ist eine zwischen 'noch nicht' und 'nicht mehr'.

Die Gleichzeitigkeit von aktivem Friedhof, Friedhofsbrache, Nutzung durch die Gärtnerei , Planungen für die Zwangsarbeiter-Gedenk-

stätte und Sozialwohnungsbau produziert Überlagerungen, in denen Gewachsenes, Geplantes und  Noch-nicht-Geplantes aufeinander-

treffen. Ein experimentelles Gärtnereiprojekt für junge Geflüchtete kultiviert den Boden einer Friedhofsbrache, am Rande eines ehemaligen Flughafens, dabei selbst nach einem Ort für sich suchend, der offensichtlich eher in der gesellschaftlichen Nische,

die der kirchliche Grund und Boden darstellt, gefunden werden konnte. Das Filmprojekt Terra Nova entstand aus dem Interesse,

die Parallelität der Transformationen über einen längeren Zeitraum zu begleiten und abzubilden. Die Gespräche und Statements des Films zeigen Visionen und Interessenlagen, die aus der Gärtnerei hervorgegangen sind. Die Ortsaufnahmen zeigen Zustände des terrain vague, in denen solche Aushandlungsprozesse stattfinden können. Veränderungen, die eine Einwanderungsgesellschaft mit sich bringt, werden dort zuerst sichtbar, wo sie zugelassen werden.

 

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Premiere im September 2017 im HKW Berlin