Terra Nova

Terra Nova, HD, 63 min., 2017

deutsch, englisch, französisch, arabisch, housa

engl. UT

mit: Sanoussi Annagui, Yesser, Sadjo Djalo, Moussa Sissoko, Issifi Adamo, Fetewei Tatekegn,

Hanne Seitz, Barbara Meyer, Jan-Peter Voß, Carlos Manuel, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Sascha Bunge, Detlev Schneider, Jürgen Quandt, Christof Mayer,  Matthias Lehmann, Uwe Cramer, Annett Gröschner, Beate Storni

Regie, Schnitt: Constanze Fischbeck / Mitarbeit, Dramaturgie: Sascha Bunge / Künstlerische Mitarbeit: Carlos Manuel / Kamera: Siska / Constanze Fischbeck / Ton: Malte Eiben / Max Schneider / Soundmix: Gregor Pfeffer / Farbkorrektur: Thomas Ballschmieter

 

Das Recht auf einen Ort. Das Kulturprojekt „Die Gärtnerei“ für Geflüchtete und Nachbarschaft  besetzte die Rekultivierung einer Friedhofsbrache in Berlin-Neukölln symbolisch mit einer Ansiedlungsbewegung. Terra Nova -  ein Neuland als ‚Vorschein‘, auf mögliche Zukünfte, wie es eine Initiatorin im Juli 2015 genannt hat. Nach dem Ende des Projektes im Dezember 2016 sind ein Großteil der ursprünglich beteiligten  Westafrikaner nicht mehr in der Stadt. Vom Beginn des Projekts im Frühjahr 2015 bis zum Ende der Dreharbeiten im Mai 2017 hat sich die öffentliche Wahrnehmung auf Migration nach Deutschland mehrfach radikal geändert. Der experimentelle Dokumentarfilm Terra Nova zeichnet Projektionen in die Zukunft aus den Jahren 2015 und 2016 von am Projekt Beteiligten und aussenstehenden Experten auf und sucht den Abgleich mit der tatsächlichen physischen Transformation auf der Friedhofsbrache. Diese hat inzwischen sich von der idyllischen Leerstelle zum begehrten Berliner Bauland entwickelt. Das Visionäre, noch nicht zu Ende Gedachte sollte eingefangen werden, um es später mit der Realität abgleichen zu können. Die Relektüre der Geschichte des Projekts, wie sie der Film Terra Nova abzubilden versucht, fragt nach dem was sich in der Neudefinition eines terrain vague in der Stadtlandschaft durchsetzen wird. Ein neues Land, der Vorgang des Pflanzens und Wachsens werden als Projektion in die Zukunft und Zeichen für Dauer gelesen. Und doch ist dies nicht mehr als ein Bild im Rahmen eines temporären Kulturprojektes, dass die  Schicksale von einzelnen Beteiligten nicht lösen kann.